OPEN UP KOMMUNIKATION

KünstlerInnen machen Öffentlichkeitsarbeit(en) für das Tanzquartier Wien

Jänner / Februar 2009: collabor.at
 
collabor.at: MOVE
TQW-Fassadenprojektion im Fürstenhof (Hof II) Museumsquartier
Jänner/Februar 2009 - täglich 17.00 bis 22.00 h


Licht aus und Beamer an: Open Up! Das TQW lässt die Fassaden runter.

Täglich bei Einbruch der Dunkelheit wird mittels Fasadenprojektion auf die Außenwand der TQW Studios das Innenleben des Tanzquartier Wien sichtbar gemacht. Das KünstlerInnenkollektiv collabor.at bringt mit Projektionstechnik die Außenmauern des TQW zum Verschwinden, macht Nacht und Tagesrhyhtmen sichtbar und überträgt die Bewegungsmuster aus dem Bauch des Tanzquartier Wien "live" in den MQ-Innenhof.

Um punkt 17 Uhr tritt das sonst unsichtbare Geschehen im TQW abseits vom Bühnenprogramm ins Rampenlicht der Beamer: Vom Trainingsprogramm in den Studios, soziale Zusammentreffen  im Foyer, lange Arbeitstage in den Büros, die unermüdliche Vorbereitungen des Technik-Teams bis zu täglichen Begegnungen bei der Kopiermaschine wird das Zusammenspiel der kleinen und großen Zahnräder im Getriebe der Gesamtmaschinerie eines internationalen Tanzzentrums gezeigt. 

Doch der Schein (der Beamer) trügt. collabor.at verwandelt die Routinen des Alltags im TQW in ein lyrisches Puppenhaus: Aufwändige Computersoftware löst die Bewegungsabläufe aller Personen aus ihrem gewohnten Hintergrund heraus und kopiert sie in einen Miniaturnachbau der Räume, um sie remixt und ergänzt mit Grafikelementen, Animationen der KünstlerInnen und visuellen Echos vergangenen TQW-Geschehens wiederzugeben. 

collabor.at stellt MitarbeiterInnen, KünstlerInnen, TrainingsteilnehmerInnen und den BesucherInnen die Projektionsflächen von MOVE als erweiterten Bühnenraum zur Verfügung. Es steht jedem frei, sich und seine "Alltagssituation" am Arbeitsplatz zu inszenieren, die markierten Bühnenflächen für die Kamera geschickt zu umgehen oder sich durch das Tragen einer "Tarnkappe" (grünes TQW-Shirt) für die Kameras "unsichtbar" zu machen.

collabor.at verschränkt auch in diesem Projekt bisher getrennte Räume und Akteure zu einer deutlich sichtbaren, gemeinsamen Installation, die allen Beteiligten neue Kommunikationsräume eröffnet. Das Publikum des TQW und PassantInnen im Museumsquartier sind durch das Umkrempeln der gewohnten Fassaden nach draußen eingeladen sich dem faszinierenden Wechselspiel von alltäglichen, inszenierten und gespielten MOVES an der Fassade der TQW Studios hinzugeben. Es steht offen sich unmittelbar als AkteurInn an den lebendigen Dynamiken innerhalb des Tanzquartier Wien beteiligen.


collabor.at — Projektteam MOVE
Andrea Kessler, Johanna Reiner, Jörg Piringer, Tom Haberfellner
Produktionsorganisation: Nils Jürgenssen
KuratorInnen: eSeL & Marlene Ropac

collabor.at wurde 2001 gegründet
collabor.at issues: Kunstevents als playground für mehr als 100 kollaborierende KünstlerInnen u.a. in der Arena Wien, Brick-5, futuregarden (seit 2001)
Projekte 2008: »Am Sprung« [O.K Linz ], »Sinopale 2008« [Türkei], »Trojanisches Pferd« [diverse Ateliers Wien], »work of art« [VBKÖ Wien], »LokaleZentrale«
[Regionale 08, Steiermark]
2006 forderte collabor.at die EinwohnerInnen von Lunz am See auf, Privates öffentlich zu machen und Möbel und Wortspenden als »Grüße an die NachbarInnen« für ein schwimmendes Hausboot als Kommunikationsraum zur Verfügung zu stellen. Für die »Sinopale 2008« in einer türkischen Fischergemeinde zimmerten collabor.at im Sommer 2008 aus Bootsresten am Hafen ein typisches Fischerboot und markierten Mitwirkende und deren Arbeitsspuren vor Ort mit Farbe. Im Rahmen der Regionale 2008 machte collabor.at's »Lokale Zentrale« private Kulturinitiativen durch einen temporären Projektraum und eine "subjektiven Landkarte" einem breiten Festivalpublikum zugänglich. Ihr eigenes Atelier diente im November 2008 der Initiative »Trojanisches Pferd« als Forschungsgegenstand. Bis 18. Jänner werden collabor.at und die Spuren ihrer Arbeitsprozesse selbst ausgestellt. Bei »Am Sprung. Junge Kunst/Szene Österreich« wird das KünstlerInnenkollektiv im Linzer O.K als einer der "spannendsten Vertreter eine jüngeren KünstlerInnen-Generation" in der Kulturhauptstadt Linz präsentiert.
 
Fassadenprojektion im MQ/Fürstenhof
Jänner/Februar 2009 - täglich 17.00 bis 22.00 h