Kurzbiografie Hans Schabus


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OPEN UP KOMMUNIKATION
 
KünstlerInnen machen Öffentlichkeitsarbeit/en für das Tanzquartier Wien

November / Dezember 2008: Hans Schabus
 
"OPEN UP!" - Hans Schabus nimmt das Motto des Programmierungsjahres beim Wort und liefert Hautpartien, Mundwinkel und auch mal ein Nasenloch als Motive für die Gestaltung seiner Werbemittel für das Tanzquartier Wien. Mittels einem Computer-Schnittplanungsprogramm wird jedem der Inserate und Drucksorten des TQW in den Monaten November und Dezember ein Ausschnitt eines anonymen Fotoportraits zugewiesen: streng im einheitlichen Maßstab, anteilig zur Gesamtfläche. Ein schematischer Übersichtsplan im Innenhof des Museumsquartiers verrät, wie alle Einzelteile neben einander zu platzieren wären. Doch selbst die Summe aller Werbeschaltungen vermag kein einheitliches Bild eines Gesichts zu liefern.

Das von Hans Schabus inszenierte Werbepuzzle schafft vielmehr ein heterogenes Patchwork von Druckqualitäten, Farbdefinition und Bildauflösungen der jeweiligen Trägermedien. "Jedes Medium verfügt über spezifisch ausbalancierte Ebenen, mit denen es als Produkt funktioniert –  und damit Wahrheit für sich behauptet". Jedes weitere Medienbild in Schabus "Kampagne" stellt die Vorstellung einer einheitlichen, medial vermittelten Wirklichkeit in Frage.

Im Gegensatz zu Fan-Collectibles und Starschnitt-Sammelpostern, die Partizipation verheißen und bloß zum Konsum einer geschützten Produktidentität verführen wollen, fordert Schabus den Betrachter auf, eigene Bezugsverhältnisse zwischen der persönlichen Erlebniswelt und medialer Repräsentation von Körpern herzustellen. In Auseinandersetzung mit der Kampagne von Hans Schabus und den OPEN-UP-Programminseln des TQW soll sich das Publikum eigenständig "auf Forschungsreise begeben". 

Hans Schabus Werk vermittelt exemplarisch eine solche Forschungstätigkeit, die individuelle Bewegung in Auseinandersetzung mit architektonischen, medialen und persönlichen (Innen)Räumen zu verschränken weiß. Durch das Verschachteln und Aufbrechen von historischen, realen und fiktiven Wirklichkeiten ermöglicht Schabus Bezugspunkte der eigenen Identität neu zu überdenken.

Mit seinem Beitrag zur Open Up Kommunikation hat der Künstler ein Gerüst für die Reflexion der eigenen Position im Kaleidoskop medialer Räume gezimmert.  Schabus hat diese "Medialisierung" im Zuge seiner Karriere  mehrfach am eigenen Leib erfahren - nicht zuletzt auch durch diesen Text.


KuratorInnen: eSeL und Marlene Ropac
 







Die Arbeit HAAANS, 2008/2009 von Hans Schabus (Foto: Bruno Klomfar) auf der Viennafair 09. Das TQW, hier vertreten von Sigrid Gareis, freut sich sehr darüber! HAAANS entwickelte sich aus der Arbeit von Hans Schabus für OPEN UP KOMMUNIKATION.
© Marlene Ropac