Foto: Heidi Harsieber
copyright by Jakob Lena Knebl
 

 
OPEN UP KOMMUNIKATION

KünstlerInnen  machen Öffentlichkeitsarbeit/en für das Tanzquartier Wien

Mai / Juni 2009: Jakob Lena Knebl

TOOLS
 
In der OPEN UP Saison hat sich das Tanzquartier Wien zum Ziel gesetzt, selbstreflexiv und in Zusammenarbeit mit bildenden KünstlerInnen nach neuen Formen, Strukturen und Inhalten zu forschen.

In den Monaten Mai und Juni 2009 stellt die Künstlerin und Performerin Jakob Lena Knebl die Frage nach den eigenen Leerstellen in der Außenkommunikation: Wie kann man die Ressourcen einer Institution wie dem TQW nutzen, um Inhalte und Herangehensweisen zur Diskussion zu stellen, die im öffentlichen Bewußtsein weniger bekannt sind?

Werbung will uns neue Produkte näherbringen, indem sie uns an alte erinnert. Im Bezug auf Tanz ist die Ballerina eine Markierung für das Alte und dadurch sehr gut geeignet, um sich mit Stereotypen auseinander zu setzen und Verschiebungen zu etwas Neuem sichtbar zu machen: Deshalb inszeniert sich Jakob Lena Knebl für die Gestaltung ihrer TQW-Sujets als "monströse Primaballerina". 

Durch den gezielten Rückgriff auf eingeübte Klischeevorstellungen imitiert Knebl erfolgreiche Strategien der Werbung. Durch deren monströse wie humorvolle Transformation macht sie die Herstellung von Identität am eigenen Leib sichtbar, um die Verschiebungen "zu etwas Neuem" jenseits eingelernter Rollen- und Geschlechterbilder und der damit verbundenen Begehrensmustern anzubahnen. Zugleich stellt sie damit die Frage, in wie weit Transformationen innerhalb von Kulturen überhaupt initiiert werden können. 

In Jakob Lena Knebls künstlerischer Arbeit geht es um Identitäten und deren Konstruktion. Begriffe, die in aktuelleren kunsttheoretischen Kontexten oft überstrapaziert werden. Knebl widmet sich deshalb dezidiert dem eigenen Körper: Wie kann man sich mit dem eigenen Körper beschäftigen, wenn es das Eigene doch nur als Konstruktion gibt? Körper und Identität werden parallel zu Form und Zuschreibung hinterfragt. Welche Politiken der Form gibt es auf den Körper bezogen? Im Zentrum stehen dabei Phänomene wie "fatphobia", die Angst vor dem Dicksein, die in der Mode-, Werbe- und Alltagsästhetik zunehmend um sich greifen und somit zur Konstruktion von Schönheitsidealen, Idealkörpern und Wunschidentitäten beitragen.

Werbung ist ein Ort, an dem Begehren produziert wird. Als Giveaway entwirft Jakob Lena Knebl deshalb ein Begehrens-Tool, dass das Potential besitzt, die heterosexuelle Matrix herauszufordern und zu bereichern. Gemeinsam mit Members ihrer Queerfamilie wir sie bei ausgewählten Veranstaltungen dieses exklusive TOOL verteilen:

Viennafair VIP-Empfang
Kursalon Hübner, Stadtpark

Smell it! - Freundschaften als Lebens-, Produktions- und Aktionsform
Kunsthalle Exnergasse

Final Day: PORN IDENTITY. Expeditionen in die Dunkelzone
Kunsthalle Wien - MQ - Halle 2

Farewell Sigrid Gareis mit Konzert von THE VERY PLEASURE (A) und Party mit DJ DSL (A)
Fr, 26.06., ab ca. 22 h / TQW Halle G



 
KuratorInnen: eSeL und Marlene Ropac